Berufsunfähigkeit: Staatliche Frührente reicht oft nicht

Berufsunfähigkeit: Staatliche Frührente reicht oft nicht

Immer mehr Menschen, die wegen Krankheit oder Unfall aus vorzeitig aus dem Arbeitsleben ausscheiden müssen, sind anschließend auf ein Einkommen unterhalb der Armutsgrenze angewiesen. Das liegt oft an der fehlenden privaten Absicherung. Ein Berufsunfähigkeitsschutz in Eigenregie ist deshalb enorm wichtig.

Fast 40 % der Bezieher gesetzlicher Erwerbsunfähigkeitsrente leben bereits heute unterhalb der Armutsgrenze von knapp 1.000 Euro im Monat. Der Anteil der Armen an den Erwerbsunfähigen hat sich in den letzten zehn Jahren damit verdoppelt. Zahlreiche Betroffene sind mittlerweile sogar auf die magere gesetzliche Grundsicherung angewiesen, die zum Leben kaum reicht. Ursache sind die zunehmenden Lücken bei den Beitragzeiten in Verbindung mit sinkenden Einkommen und immer höheren Rentenabschlägen für Frührentner. Zurzeit beziehen mehr als 1,6 Millionen Bundesbürger gesetzliche Erwerbsminderungsrente. Häufigste Ursache für das unfreiwillige Ausscheiden aus dem Arbeitsleben sind psychische Störungen, gefolgt von Rücken- und Gelenkerkrankungen sowie Krebs.

Die frühere gesetzliche Regelrente bei Berufsunfähigkeit, die noch aus Zeiten voller Staatskassen stammte, ist längst durch die Rente wegen Erwerbsminderung abgelöst. Die gilt für alle, die nach dem 1. Januar 1961 geboren sind. Ob man die magere gesetzliche Erwerbsminderungsrente überhaupt bekommt, hängt davon ab, wie viele Stunden man täglich theoretisch noch arbeiten kann. Es zählt das gesundheitliche Leistungsvermögen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt – berücksichtigt werden alle denkbaren Jobs. Solange man noch sechs oder mehr Stunden täglich etwa als Pförtner oder Bürogehilfe einsatzfähig wäre, gibt es gar keine staatliche Rente, egal ob ein solcher Job überhaupt zu bekommen ist. Wer finanzielle Sicherheit für den Ernstfall will, braucht deshalb eine private Absicherung gegen Berufsunfähigkeit.