Erbvertrag sichert Wohnrecht für den Lebenspartner

Erbvertrag sichert Wohnrecht für den Lebenspartner

Erbstreitigkeiten zwischen den eigenen Kindern und einem neuen Lebenspartner um eine Immobilie lassen sich leicht vermeiden: Mithilfe eines Erbvertrags kann man dem neuen Partner ein lebenslanges Wohnrecht einräumen, Erben des Hauses bleiben dennoch die Kinder.

Beispiel: Anna M. ist 75 Jahre alt, ihr Ehemann verstarb bereits vor Jahren. Später sollen ihre erwachsenen Kinder einmal ihr Wohnhaus erben. Nun hat Frau M. einen neuen Lebenspartner gefunden, mit dem sie aber nicht verheiratet ist. Der Partner möchte seine bisherige Mietwohnung kündigen und ganz zu Frau M. ziehen. Allerdings hat er Bedenken, dass ihre Kinder ihn vor die Tür setzen, falls sie vor ihm versterben sollte, und er in hohem Alter noch einmal umziehen müsste. Tatsächlich werden nichteheliche Lebenspartner in Erbfällen wie fremde Personen behandelt. Wenn ein Partner zurückbleibt und der Verstorbene zu Lebzeiten keine andere Regelung getroffen hat, können dessen Kinder das Erbe sofort beanspruchen und verlangen, dass der Überlebende auszieht. Mit einem Erbvertrag sorgt Frau M. deshalb dafür, dass ihre Kinder das Haus zwar erben, der neue Lebenspartner aber trotzdem dort wohnen bleiben kann. In diesem Erbvertrag räumt Frau M. ihrem Lebensgefährten ein zeitlich auf einige Jahre befristetes oder auch ein lebenslanges Wohnrecht in ihrem Haus ein.

Wichtig: Der Erbvertrag muss notariell beurkundet werden, die Gebühren liegen je nach Wert des Wohnrechts meist zwischen 100 Euro und 300 Euro. In einem Erbvertrag können sich unverheiratete Lebenspartner sogar gegenseitig als Alleinerben einsetzen. Der Überlebende erbt dann das alles Sach- und Geldvermögen des Anderen bis auf den gesetzlichen Pflichtteil, der den Kindern des Verstorbenen zusteht. Tipp: Als Hauseigentümer sollte man sich im Erbvertrag ausdrücklich ein Rücktrittsrecht sichern, falls es unerwartet doch noch zur Trennung vom neuen Partner kommt.