Magere Waisenrente: Kinder privat absichern

Magere Waisenrente: Kinder privat absichern

In den allermeisten Fällen reicht die gesetzliche Hinterbliebenenrente nicht aus, um die Kosten für Ausbildung und Unterhalt der eigenen Kinder zu finanzieren, wenn ein oder sogar beide Elternteile früh versterben. Nicht einmal 200 Euro monatlich im Schnitt zahlt die gesetzliche Rentenversicherung gegenwärtig je Waisenrentenempfänger. Eltern sollten deshalb unbedingt eine Risikolebensversicherung mit ausreichend hoher Versicherungssumme abschließen, um die Zukunft ihrer Kinder abzusichern.

Verstirbt ein Elternteil, haben Kinder Anspruch auf gesetzliche Halbwaisenrente. Diese Halbwaisenrente liegt bei nur rund zehn Prozent der für den Todeszeitpunkt berechneten Rente des verstorbenen Elternteils, dazu kommt ein Zuschlag je nach zurückgelegter rentenrechtlicher Zeit. Sollten beide Eltern nicht mehr leben, beträgt die Vollwaisenrente cirka 20 Prozent der für den Todeszeitpunkt berechneten Renten der Eltern. Hat man gleichzeitig Anspruch auf mehrere Waisenrenten, bekommt man nur die höchste dieser Renten. Grundsätzlich gibt es die Waisenrente bis zur Volljährigkeit. Darüber hinaus wird Waisenrente nur während der Ausbildung gezahlt, etwa in der Schule, in der betrieblichen Ausbildung oder im Erststudium. Bis zum achtzehnten Geburtstag darf man unbegrenzt zur gesetzlichen Waisenrente hinzuverdienen. Ab 18 wird dann das eigene Einkommen angerechnet. Die Waisenrente wird grundsätzlich befristet gewährt, bis der Rentenanspruch voraussichtlich wegfällt – zum Beispiel bis zum Ende der Ausbildung oder bis zum 18. Geburtstag. Bei volljährigen Waisen werden Vermögenseinkünfte oberhalb eines Freibetrags zu 40 Prozent angerechnet.

Wichtig: Die Waisenrente sollte bei Todesfall eines oder beider Elternteile rechtzeitig beantragt werden, denn sie wird rückwirkend nicht für länger als ein Jahr vor dem Antragsmonat bezahlt. In den seltensten Fällen reicht die Waisenrente aus, um den Unterhalt und die Ausbildungskosten für den Nachwuchs tatsächlich zu finanzieren. Wer Kinder hat, schließt besser zusätzlich eine Risikolebensversicherung auf das Leben beider Elternteile mit ausreichender Versicherungssumme von rund 150.000 Euro pro Kind ab.