Riesterrente: Spitzenrendite bei kleinen Einkommen

Riesterrente: Spitzenrendite bei kleinen Einkommen

Wirtschaftsnachrichten

Vor allem Sparer mit kleinem oder mittlerem Einkommen erzielen mit der Riesterrente oft eine erstaunlich gute Rendite. 154 Euro Grundzulage pro Person und zusätzlich 185 Euro pro Kind (sogar 300 Euro für ab 2008 geborene Kinder) schießt Vater Staat jährlich zu, wenn man seine Riesterrente optimal nutzt. Das Riestern lohnt sich besonders, wenn man eher wenig verdient, denn der jährlich Eigenanteil an den Beiträgen hängt von der Höhe des Einkommens ab.

Beispiel: Sabine S. (30) lebt alleine mit ihrem sechsjährigen Sohn, sie arbeitet in Teilzeit als Bürokraft. Im Monat verdient sie 1.200 Euro brutto, das entspricht einem Jahresgehalt von 14.400 Euro. Als Riester-Sparerin mit einem nach 2008 geborenen Kind erhält sie jährlich 454 Euro an Förderung vom Staat. Einschließlich dieser Zulage muss sie dafür vier Prozent ihres Vorjahresbruttogehalts in Ihre Riester-Vorsorge investieren, also 576 Euro. Durch die Förderung beträgt der Anteil, den sie aus eigener Tasche zahlen muss, für das ganze Jahr nur 122 Euro. Mit gut zehn Euro Eigenbeteilung im Monat häuft Frau M. also ein Vorsorgekapital von weit über 500 Euro im Jahr an; eine Rendite, die sie mit herkömmlichen Sparanlagen niemals erreicht. Der Eigenanteil sinkt bei sehr geringen Einkommen aber nicht auf Null: Mindestens 60 Euro muss jeder Riestersparer als Eigenbeitrag jährlich zahlen, das gilt auch für Menschen ganz ohne eigenes Einkommen.

Wer arbeitslos wird, sollte seine Riesterrente übrigens nicht vorschnell kündigen. Er würde die wichtige private Zusatzrente im Alter verlieren, obendrein müsste er die bis dahin erhaltenen Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen. Wichtig zu wissen: Auch als Bezieher von Arbeitslosengeld I und II hat man Anspruch auf Riesterförderung. Bei Arbeitslosen richtet sich der Mindesteigenbeitrag nach der Höhe der Lohnersatzleistung. Hat man als Arbeitsloser wegen anderweitigem Einkommen oder Vermögen keinen Anspruch auf ALG II, zahlt man für seine Riestervorsorge nur den Mindesteigenbeitrag von 60 Euro im Jahr und sichert sich so die vollen Zulagen. Kann man den Eigenbeitrag aus finanziellen Gründen gar nicht mehr aufbringen, lässt sich der Riestervertrag ohne Probleme beitragsfrei stellen. Wenigstens das bis dahin eingezahlte Geld verzinst sich dann weiter und bringt später die wichtige Zusatzrente.

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