Sofortmaßnahmen im Schadenfall

Sofortmaßnahmen im Schadenfall

Bei Brand- oder Wasserschäden sind die ersten Stunden entscheidend. Ein strukturiertes Schadenmanagement ist unverzichtbar. 

Nach dem Unglück: Sie haben den Notruf abgesetzt. Die verantwortlichen Mitarbeiter sind informiert. Auch der betreuende Versicherungsmakler weiß Bescheid. Dem verantwortungsbewussten Unternehmer stellen sich nun viele Fragen:


  • Was ist zu tun, nachdem die Feuerwehr einen Brand gelöscht hat?

  • Wie ist das richtige Vorgehen bei Kontaminationen oder Wasserschäden?

  • Wie können Produktionseinrichtungen vor Folgeschäden geschützt werden?

  • Welche Maßnahmen beschleunigen den Wiederanlauf der Fertigung?

Nach den Vorschriften des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) hat der  Versicherungsnehmer bei Eintritt des Versicherungsfalles für die Abwendung und Minderung des Schadens zu sorgen. Die Aufwendungen dafür sind in der Regel vom Versicherungsschutz erfasst. Also sollten Sofortmaßnahmen eingeleitet werden, um den Schadenfortschritt und die damit verbundenen Folgeschäden an Menschen, Umwelt und Sachwerten sowie durch Betriebsunterbrechung auf ein Minimum zu reduzieren.

Ziel ist die Stabilisierung der Situation, damit alle Beteiligten über weitergehende Maßnahmen entscheiden können. Eine zeitnahe und fachgerechte Ausführung der weiteren Maßnahmen ist zwingend notwendig. Dabei darf die nachfolgende Ursachenermittlung nicht vereitelt werden.

Im Wesentlichen geht es um vier Punkte:

  1. Sichern: Sicherheit hat die höchste Priorität. Einsturzgefährdete Bereiche müssen gesichert, die Begehbarkeit hergestellt, Laufflächen freigeräumt und ggf. ausgeleuchtet werden. Die Verschleppung von Brandfolgeprodukten sowie das Austreten von umweltbelastenden Flüssigkeiten sind zu verhindern oder einzudämmen. Beschädigte Dach- und Fensterflächen müssen notverschlossen werden. Betroffene Werte wie Inventar, Maschinen, Elektronik, Werkzeuge und Dokumente sind zu bergen, zu inventarisieren und außerhalb des Gefahrenbereiches zwischenzulagern.
  2. Folgeschäden verhindern: Brand- und Wasserschäden lösen in der Regel Korrosion, teilweise auch Bakterien- und Schimmelpilzbefall aus. Das gilt es zu stoppen und dabei ist die Zeit bares Geld. Die Luftfeuchtigkeit sollte nicht mehr als 40% betragen, dies kann von Fachfirmen mit speziellen Trocknungsaggregaten sichergestellt werden. Ggf. müssen einzelne Komponenten zu ihrem Schutz eingehaust werden. Blanke metallische Oberflächen von Werkzeugen, Maschinen und ganzen Produktionsanlagen können durch das Auftragen von  Korrosionsschutzmitteln geschützt werden.Bei niedrigen Temperaturen können Bereiche mit erhaltbaren Sachwerten zusätzlich beheizt werden.
  3. Dokumentieren: Sofortmaßnahmen haben das Ziel, Zeit für Entscheidungen zu schaffen. Dazu gehören eine umfängliche Schadenaufnahme sowie die Dokumentation durch Text und Bild.
  4. Kommunizieren: Die Planung und Durchführung von Sofortmaßnahmen erfordert eine umfassende Kommunikation mit den Beteiligten. Dabei gilt es, neben der Schadensituation auch betriebliche Abläufe und wirtschaftliche Prioritäten zu erfassen und bei der Abfolge der einzelnen Schritte zu berücksichtigen. So entsteht ein nachvollziehbares und lösungsorientiertes Risikomanagement.Ein Notfallmanagement, welches die Planung von Maßnahmen bzw. deren schnelle und zielgerichtete Einleitung berücksichtigt, ist für jedes Unternehmen unverzichtbar.

Benötigen Sie Unterstützung bei der Erstellung Ihres Notfallplans? Die Experten der Global-Gruppe stehen gerne an Ihrer Seite!