Wer entscheidet haftet! – Und wer nicht entscheidet, der haftet erst Recht!

Wer entscheidet haftet! – Und wer nicht entscheidet, der haftet erst Recht!

Versicherungsschutz für Unternehmensleiter und Manager 

Unternehmensleiter treffen täglich weitreichende Entscheidungen. Werden Fehlentscheidungen getroffen, so kann ein enormer Schaden für das Unternehmen entstehen, der auch rechtlich Konsequenzen nach sich zieht. Dabei haften Geschäftsführer, Vorstände und Aufsichtsräte uneingeschränkt mit ihrem gesamten Privatvermögen. Um dieses finanzielle Risiko für das Unternehmen und die Manager zu minimieren, gibt es spezielle Versicherungslösungen. Die im folgenden dargestellten Regelungen gelten analog auch für Vorstände von Vereinen und Stiftungen.

Unternehmensleiter sind es gewohnt, dass besondere Anforderungen an Sie gestellt werden und eine enorme Verantwortung auf Ihnen lastet. Was ist aber, wenn im Nachhinein der Vorwurf erhoben wird, dass eine Entscheidung zu Ungunsten des Unternehmens getroffen worden sein soll. Auch eine nicht getroffene Entscheidung kann späte Folgen nach sich ziehen. Im Nachhinein wird viel Zeit damit verbracht, die Qualität der vermeintlich flachen Entscheidung und die äußeren Umstände zu bewerten und zu gewichten. Daher ist es für den Unternehmensleiter von großer Bedeutung, ausreichend finanzielle Mittel für diese Verfahren zur Verfügung zu haben.

D&O-Versicherung

Die D & O Versicherung gewährt Versicherungsschutz für den Fall, dass ein Unternehmensleiter für einen Vermögensschaden (weder Personen- noch Sachschaden) ersatzpflichtig gemacht wird, der im Zusammenhang mit der jeweiligen versicherten Tätigkeit steht. Versichert ist sowohl die Haftung im Innen- wie auch im Außenverhältnis. So können im Innenverhältnis Schadenersatzansprüche vom eigenen Unternehmen an den Entscheider herangetragen werden. Im Außenverhältnis können diese Ansprüche beispielsweise auch von Geschäftspartnern oder Behörden geltend gemacht werden, die nicht nur die Firma sondern auch den vermeintlichen Schadenverursacher direkt in Anspruch nehmen.

Wichtig ist auch, dass Eigentum an der Firma nicht vor der persönlichen Haftung schützt, weshalb auch Gesellschafter-Geschäftsführer z. B. von einem Insolvenzverwalter direkt in Haftung genommen werden können.

Der Versicherungsschutz umfasst die angemessenen und erforderlichen Gebühren und Ausgaben, um den Schaden für das Ansehen der versicherten Person abzuwehren oder zu mindern und berechtigte Ansprüche (Schadenersatz) zu befriedigen. Zudem werden die Kosten von versierten Anwälten übernommen, die für die betroffenen Unternehmensleiter den Schutz der beruflichen Reputation übernehmen.

Spezial-Straf-Rechtsschutzversicherung

Ein Unternehmen kann nicht strafrechtlich verfolgt werden. Manager und Unternehmensleiter obliegt es, zum Beispiel für die Einhaltung der Arbeitssicherheit, Datenschutz und anderer Gesetze zu sorgen. Kommt es zu Unregelmäßigkeiten, stehen sie daher immer persönlich mit im Fokus strafrechtlicher Ermittlungen.

Ein solcher Rechtsschutzvertrag kommt auch für die angemessenen und erforderlichen Verteidigungskosten (Rechtsanwaltshonorare, Kosten für Sachverständige und Gutachter sowie Zeugengelder) beim Vorwurf einer Vorsatztat auf. Hier tritt eine  „normale“ Privat-Rechtsschutzversicherung nicht mehr ein.

Vermögensschaden-Rechtsschutzversicherung

Der Unternehmensleiter haftet im Normalfall persönlich für Schäden, die er durch Fehlentscheidungen oder Unterlassen dem Unternehmen zufügt. Daher sind ein umfassender Versicherungsschutz und ausreichende Versicherungssummen unerlässlich. Der Vermögensschaden-Rechtsschutz übernimmt die Kosten um sich gegen diese Schadenersatzforderungen zu wehren – egal, ob ein Verschulden vorliegt oder lediglich bei der Schadenshöhe andere Ansichten vertreten werden.

Zudem existieren in aller Regel im Rahmen dieser Rechtsschutzversicherung weniger Ausschlusstatbestände als im Rahmen einer D&O-Versicherung. Darüber hinaus erhöht die zur Verfügung stehende Versicherungssumme  das Kapital für Anwalts-, Gutachter und Sachverständigenkosten. Daher ist die Vermögensschaden-Rechtsschutzversicherung eine notwendige Ergänzung zur D&O-Versicherung.

Anstellungsvertrags-Rechtsschutzversicherung

Die vorgeworfenen Pflichtverletzungen  führen in aller Regel zu Störfällen im Anstellungsvertrag des Unternehmensleiters. Der Anstellungsvertrag fällt nicht unter das Arbeitsrecht, weshalb ein normaler, privater Arbeits-Rechtsschutz nicht für entstehende Kosten aufkommt. Auch werden die Verfahren, in denen um die Pflichterfüllungen aus den bestehenden Anstellungsverträgen gestritten wird, nicht vor Arbeits- sondern vor Zivilgerichten geführt. Dies führt in der Regel zu deutlich höheren Streitwerten und damit auch zu höheren Kosten.

Besonders wichtig in einem solchen Rechtsschutzvertrag ist die Komponente „Honorarvereinbarungen“ mit dem Rechtsanwalt für den außergerichtlichen Bereich. Dies garantiert die Kostenübernahme der Anwaltskosten in angemessener und erforderlicher Höhe und ermöglicht den Reputationsschutz der Beteiligten.

Unternehmensleiter und Manager benötigen zur adäquaten Absicherung der vorhandenen Risiken neben einer D&O-Versicherung die Vermögensschaden-, Spezial-Straf- und Anstellungsvertrags-Rechtsschutzversicherung. Zusätzlich gibt es für Vorstände von Aktiengesellschaften noch die „D&O-Selbstbehaltsversicherung“, die den gesetzlich festgelegten Pflichtselbstbehalt im Versicherungsfall erstattet.